Freitag, 27.03.2020

US Rails

Seit Ende 2015 sind die US Rails, die sich einst in Philadelphia gründeten, mit dem freundschaftlichen Abschied von Joseph Parsons wieder auf den Kern der Band geschrumpft: Ben Arnold, Scott Bricklin, Tom Gillam und Matt Muir.

Die fünf befreundeten amerikanische Musiker hatten sich Ende der vorletzten Dekade aufgemacht, zusätzlich zu ihren eigenen, teilweise schon jahrelang andauernden Solokarrieren ein gemeinsames Ding zu starten, von dem sie überzeugt waren, dass es etwas Großes werden könnte. Nur wenig später gehörte die Band US Rails praktisch schon zu den Americana/Roots-Rock-Klassikern auf dem Blue Rose Label und hat mittlerweile 5 Alben veröffentlicht. We Have All Been Here Before hieß die letzte Scheibe und unterschied sich von den vier Vorgängern US Rails (2010), Southern Canon (2011), Heartbreak Superstar (2013) und Ivy von 2016 doch erheblich. Was tut man als Künstler, wenn eine Tour ansteht, man dazu ein neues Album im Gepäck haben sollte und nicht genügend eigene neue Songs in petto hat? Genau, man durchforstet den unendlichen Fundus an passenden Songs anderer Songwriter, um dann eigene Arrangementideen einfließen zu lassen und Coverversionen ein Eigenleben zu geben. Meist funktioniert das nicht, doch bei der Auswahl von Tom Gillam, Ben Arnold, Scott Bricklin und Matt Muir gelang das prächtig, hatten doch alle vier Bandmitglieder offensichtlich "ihre" Songs ausgewählt und so interpretiert, wie sie auch eigene Songs produziert hätten. So enthält das Album eine kunterbunte Mischung weltbekannter und weniger bekannter Stücke der Rock- und Pop-Geschichte. Ob die Auswahl alle vier gemeinsam getroffen haben, ist nicht bekannt und auch unerheblich, und doch kann man vermuten, dass Songs wie Poor Poor Pitiful Me von Warren Zevon, So Into You von der Atlanta Rhythm Section oder auch die durch die Derek Trucks Band wiederbelebte alte Blues-Nummer I'd Rather Be (Blind, Crippled And Crazy) Tom Gillam zugeschrieben werden können, treffen sie doch voll das Mark dessen musikalischer Vorlieben. Ben Arnold wiederum hat die Lead Vocals bei Neil Young's Everybody Knows This Is Nowhere und Put The Message In The Box von Karl Wallinger's Band World Party übernommen, ein klares Zeichen dafür, wessen Idee diese Auswahl war. Scott Bricklin ist ein erklärter Beatles-Fan - You've Got To Hide Your Love Away könnte sein Vorschlag gewesen sein. Nicht nur ein ausgezeichneter Drummer, sondern auch mit einer wunderbaren Gesangsstimme versehen ist Matt Muir, und so dominiert er bei den Nummern Second Hand News aus dem Fleetwood Mac-Klassiker Rumours und beim abschließenden Jackson Browne-Meilenstein Running On Empty.

Nun erscheint Mitte Februar 2020, kurz vor einer ausgedehnten Europa-Tour, bei der die vier Musiker von Jackson Parten aus Austin, Texas am Bass unterstützt werden, das 6. Album Mile by Mile. Und mit diesem setzen die US Rails ihre Reise in einem neuen Jahrzehnt fort. Ben Arnold, Scott Bricklin, Tom Gillam und Matt Muir haben vollen Einsatz gezeigt, um die Tore zu öffnen und ihre Rock’n Roll-Pferde frei zu lassen. Das heißt aber nicht, dass sie ihren Harmoniegesang vernachlässigt hätten. Er ist immer noch vorhanden, im Vordergrund und in der Mitte, aber mit mehr musikalischer Muskelkraft darunter. Gezogen von ihren kollektiven Einflüssen von ursprünglichem R&B, ist die lockere Atmosphäre bei den Aufnahmesessions während einer Sommerwoche in Philadelphia in jedem Song spürbar. Die permanent sich ändernden Zeiten in den USA und überall auf der Welt zeigen sich in ihren Gedanken und Vorstellungen ebenso, wie sie ihre Gefühle und Emotionen offen darlegen. Mile By Mile zeigt die Band lockerer als je zuvor mit einer roots-rockigen Songsammlung, die sowohl die alten Zeiten aufleben lässt als auch ein Auge in die Zukunft richtet.

Was einmal als ein einmaliges, aus der Hüfte heraus entstandenes Experiment gedacht war, ist mittlerweile ein Fixpunkt im Leben der US Rails-Mitglieder geworden, während sie ihre eigenen Karrieren weiterführen, zahlreiche neue Alben aufnehmen, produzieren und veröffentlichen. Es sind die unterschiedlichen Erfahrungen, die zusammen Schicht auf Schicht den Grundstein des seltenen und außergewöhnlichen Band-Sounds bilden. Als ein gut gewürzter, erfahrener Live-Act ist dies eine Band mit Musikern, die den besseren Teil ihres Lebens miteinander geteilt haben mit meisterhaftem, einmalig klingendem Rock and Roll im Schatten der Giganten, aber unermüdlich weiterhin Kreieren, Entfalten und Beharren und Mile By Mile eine gute Zeit haben! Und eine solch gute Zeit wird heute Abend in jedem Fall auch das Publikum haben!

Echo

"Johnny Cash, Bob Dylan, Southside Johnny, Third Day, Joe Cocker, Van Morrison - wenn die US Rails an etwas erinnern, dann hat das Qualität.

Die Band hat sich offenbar entschieden - und zwar gegen jede Festlegung. Zwischen Country, Rock, Blues, Rock’n’Roll, Songwriter und Folk ist ihnen offenbar jedes Mittel recht, um einen Song emotional in die Zwölf zu befördern."

Norbert von Fransecky zum Album Southern Canon auf musikansich.de

  • Einlass: 20.00 Uhr
  • Beginn: 21.00 Uhr
  • Eintritt: VVK 15,-/AK 17,-
  • mehr Infos: www.theusrails.com

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